Die Gedanken sind frei – aber nicht in UK!

moep hat ja schon den Aspekt der Meinungsfreiheit beim Zwischenfall in Great Britain beschrieben. Ich betrachte nun die Gedankenfreiheit. Es gibt da ein etwa 150 Jahre altes, deutsches Volkslied:

Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?
Sie fliehen vorbei, wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger sie schießen,
mit Pulver und Blei,
die Gedanken sind frei!

Was das damit zu tun hat? In der besagten Mail über die „Zigeuner“ steht unter anderem „It’s the ‚do as you likey‘ attitude that I am against“. Da likey dem Wort „pikey“ (ein abwertendes Wort für „Zigeuner“) recht ähnlich ist, ging man, laut dailymail , davon aus, dass dies auch so gemeint war.
Aha! Ertappt! Denn die Polizisten auf der Insel wissen scheinbar ganz genau, welche Gedanken man bestrafen kann.
Das ist recht beunruhigend. Denn, auch wenn es vielleicht nicht so war, stelle man sich folgendes Szenario vor:
Der wahre Absender der E-Mail wollte „do as you like“ schreiben, machte aber einen Tippfehler – dann war das wohl der teuerste Tippfehler seiner Karriere, immerhin kostete die Sache den britischen Steuerzahler 12.000 Pfund Sterling (!) – und da sein Chef dafür in den Knast kam, dürfte er zudem auch noch um seinen Job bangen.
Es hilft nur eines: In Zukunft sollte jeder seine Mails ganz genau auf Tippfehler überprüfen, denn im Namen der Sicherheit können diese ungeahnte Folgen haben. Ich bin immer wieder verblüfft, dass es Menschen zu geben scheint, die in Orwells 1984 existieren könnten und dieses System als paradiesisch empfinden.
Gut, dass die Piraten nicht dazu gehören!

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