Pripyat - Tschernobyl CC0 Public Domain; Pripyat - Tschernobyl; Foto: robarmstrong2 / Pixabay

Die Karte der Gammastrahlung

Die Atomunfälle 1986 im ukrainischen Kernkraftwerk „Tschernobyl“ und 2011 im japanischen Kraftwerk „Fukushima Daiichi“ haben gezeigt, dass dabei austretende radioaktive Stoffe riesige Flächen kontaminieren können. Im Falle von Tschernobyl zog die Partikelwolke bis nach Frankreich. Spuren dieser Katastrophe sind auch heute noch in der Umwelt nachweisbar. In Deutschland vor allem im südöstlichen Bayern.

In der jüngsten Vergangenheit haben vor allem das französische Atomkraftwerk „Cattenom“ und die belgischen AKW „Tihange“ und „Doel“ für Schlagzeilen gesorgt. Das Alter dieser Anlagen, ihr technischer Zustand sowie die Weigerung der jeweiligen Regierungen, diese Kraftwerke endlich stillzulegen, provozieren massive Kritik und Verunsicherung in der Bevölkerung. Selbst ohne einen katastrophalen Unfall fürchten sich die Menschen vor den radioaktiven Emmisionen, die im normalen Betrieb von den Kraftwerken ausgehen.

Die Bundesländer Rheinland-Pfalz und das Saarland haben nun im Juli 2016 eine neue Webseite [1] gestartet. Dort werden in einer grenzübergreifenden Landkarte stündlich aktuelle Messungen der Radioaktivitätswerte zusammengetragen, welche die Europäische Union im Rahmen von EURDEP (EUropean Radiological Data Exchange Platform) zur Verfügung stellt.

Die Karte zeigt die aktuellen 1-Stunden-Mittelwerte der Gamma-Dosisleistung, die von den folgenden Institutionen erfasst werden:

  • Frankreich: Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire (IRSN)
  • Luxemburg: Ministère de la Santé / Division de la Radioprotection
  • Belgien: Agence Fédérale de Contrôle Nucléaire (AFCN)
  • Deutschland: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
karte_radioaktivitaetKarte der Radioaktivität, Quelle: GeoPortal GIS-GR

Für den Raum Duisburg werden die Messwerte einer Station in Duisburg-Rheinhausen erfasst. Dazu auf der Karte die Ansicht „Messnetze“ wählen und dort in der Übersicht den Geo-Punkt 65 anklicken. Dort werden dann alle Messtationen angezeigt (s. Bild).

Die Webseite weist auch darauf hin, dass die meisten Messergebnisse nichtvalidierte Daten sind. Wetterbedingungen wie starker Regen oder Mängel an den Instrumenten, der Elektronik oder bei der Software können zu fehlerhaften Werten führen. Selbst erhöhte Messwerte an mehreren Stationen signalisieren nicht automatisch einen Notfall, sondern können auf Wettereffekte oder technischen Ursachen basieren.

Quellen:

[1] Online-Karte im Geo-Portal der Großregion (GIS-GR)

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Hinweis: Dieser Beitrag ist lediglich ein Informationsangebot und keine offizielle Aussage der Piratenpartei Deutschland oder des Kreisverbandes Duisburg.

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