Die PIRATEN vs. Weißer Riese

Der Verein für Jugendhilfe und Soziales i.G. aus Duisburg-Homberg hatte für den 11. August zum ersten gemeinsamen Treffen in das Rheinpreußenhaus [1] an der Mauerstraße geladen. Die Einladung des Vereins ging zugleich auch an alle politischen Parteien in Duisburg. Auf der Tagesordnung standen fünf lokale Themen. Ganz oben auf der Liste: Die aktuelle Situation der „Weißen Riesen“ in Hochheide.

Die Hochhaussiedlung aus den 70er Jahren, einst als innovativer Wohnpark gefeiert, gilt im Duisburger Westen mittlerweise als städtebaulicher Schandfleck und soziales Problemviertel. Vor allem die seit 2003 leer stehende Hochhausruine an der Ottostraße 24 – 30 wird gerne als Symbol für den Verfall dieser Siedlung zitiert.

Im Juni beschloss der Piratenstammtisch Homberg [2], diese Hochhausruine als primäres Thema auf die Arbeitsagenda zu setzen. Ziel ist es, entweder das Hochhaus wieder einer geregelten Verwendung zuzuführen oder abzureißen. Daher folgten die Piraten Armin Wittrin und Siegfried Seifert der Einladung ins Rheinpreußenhaus, um sich mit den Vereinsmitgliedern und Vertretern anderer Parteien auszutauschen.

Zur Ruine an der Ottostraße 24 – 30 wurden die seit langem bekannten Probleme vorgetragen. Der Müll auf dem Gelände, die wild wuchernde Vegetation, die Unterkünfte der nichtsesshaften Personen in den überdachten Zugängen des Hauses und deren hygienische Bedingungen. Der Bereich rund um das Haus wird von vielen Bürgern gemieden.

Da aus Sicherheitsgründen alle Fenster im Haus entfernt wurden, ist das Gebäude der Witterung schutzlos ausgeliefert. Eindringendes Regenwasser läuft durch alle Etagen und hat beide Kellergeschosse dauerhaft geflutet. Die untere Etage der angeschlossenen Tiefgarage wird ebenfalls durch eindringendes Wasser beschädigt. Zahlreiche Stützbalken aus Holz verhindern, dass die obere Etage absackt. Wegen der fehlenden Fenster hat sich die Ruine zum Nistplatz ungezählter Tauben entwickelt. Deren Kot ist ein weiteres hygienisches Risiko.

Sanierung oder Abriss des Weißen Riesen sind nur mit erheblichen finanziellen Mitteln möglich. Wie in den 70er Jahren üblich, wurden für den Brandschutz große Mengen Asbest verbaut. Das Gebäude muss eingekoffert und fachgerecht abgetragen werden. Die hohen Kosten, die prekäre Haushaltslage in Duisburg und eine unklare Eigentümerfrage verhindern zurzeit jede Entwicklung. In der Vergangenheit spielten möglicherweise auch unterschiedliche politische Interessen im Duisburger Rathaus ihre eigene Rolle.

Beim Treffen im Rheinpreußenhaus waren mit Sieghardt Erdt von der FDP und Mahmut Özdemir von der SPD auch Vertreter aus den Duisburger Ratsfraktionen zugegen. Beide Herren konnten zur Situation der Ruine an der Ottostraße jedoch keine neuen Sachstände oder Lösungswege beitragen.

Die Piraten vom Stammtisch Homberg starten in den folgenden Monaten verschiedene Aktionen, um das Thema wieder in den Fokus zu rücken. Die Bürger in Hochheide und Homberg können sich dabei gezielt einbringen und mitwirken. Der politische Stillstand rund um diesen Schandfleck ist den Menschen vor Ort nicht mehr zuzumuten.

[1] Das Rheinpreußenhaus:
http://www.rheinpreussensiedlung.de/index.php/unser-gemeinschaftshaus-in-der-siedlung

[2] Stammtisch in Homberg:
http://wiki.piratenpartei.de/Duisburg/Stammtisch#Stammtisch_Du-West_II_.28Homberg.29

Siegfried Seifert

Ein Kommentar

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