Das Friedenszeichen von Paris

Die Zeit danach

Ein persönlicher Kommentar von Siegfried Seifert

Die Anschlagsserie vom 13. November in Paris hat die Welt erschüttert. Die aktuellen Zahlen sprechen von 129 getöteten und über 350 verletzten Menschen. Für die Angehörigen der Opfer, für die zahllosen Helfer und die stattlichen Ermittler ist eine sehr schwere Zeit angebrochen. Sie brauchen alle Kraft und jeden Beistand, den sie finden können.

Aber auch allen anderen Menschen, in Frankreich und Europa, steht nun eine Prüfung bevor. Wie soll das Unfassbare verarbeitet, wie soll auf diesen Wahnsinn reagiert werden? Das erklärte Ziel aller Terroristen war und ist die radikale Veränderung von Gesellschaften und Kulturen durch Gewalt und Angst. Es gibt keine Patentrezepte, wie eine Nation oder eine Kultur diesen destruktiven Kräften entgegentreten kann, soll oder muss.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York scheint sich jedoch als Reaktion auf solche Terrorakte zunehmend ein gewisser Automatismus zu etablieren. Wer in den Stunden und Tagen nach der Anschlagsserie in Paris die verschiedenen Medienkanäle verfolgt hat, dem wurden erstaunlich rasch „Lösungen“ präsentiert.

Frankreichs Präsident François Hollande spricht von „Krieg“ und von „gnadenlosen Reaktionen“. Sogar der Papst bezeichnet die Anschläge als Krieg. Der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, fordert noch mehr Überwachungsbefugnisse für die Ermittlungsbehörden. Politiker, welche die aktuelle Flüchtlingswelle schon immer kritisch bis ablehnend begleitet haben, bauen ein immer größeres Bedrohungsszenario durch diese Menschen auf.

Inmitten all der Ratlosigkeit und den emotionalen Verwüstungen wird „Wahrheit“ verkündet und „Alternativlosigkeit“ festgestellt. Ein sehr gefährliches Spiel, dass zugunsten der Terroristen ausgehen kann. Radikale Änderungen sind ja genau das, was sie erreichen wollen. Trotz aller Wut und spontanen Rachegelüsten müssen wir uns davor hüten, in gerechtem Zorn und mit besten Absichten, ihr Werk zu vollenden. Es gibt immer eine Alternative.

Immer!

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Hinweis: Dieser Beitrag ist lediglich ein Informationsangebot und keine offizielle Aussage der Piratenpartei Deutschland oder des Kreisverbandes Duisburg.

2 Kommentare

  1. 1

    Ein guter Beitrag! Eine Alternative besteht in Solidarität:

    – Solidarität mit den Opfern und Betroffenen
    – Solidarität gegen menschenverachtenden Terrorismus
    – Solidarität der Friedfertigen

  2. 2

    Genau das, vor dem bei Nazis immer gewarnt wird, präsentieren uns Politiker nun auch wieder. Die einfachen Antworten sind falsche Antworten, denn sie können nicht die Komplexität erfassen.
    Eine dieser falschen Antworten ist Vorratsdatenspeicherung, welche auch die Terrorakte in Paris nicht verhindert hat.

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