FDP + Hoteliers = Klüngel?

Nun wird der FDP ja immer nach gesagt, sie sei eine Klientelpartei und bediene nur die Interessen der oberen Schichten. Und dass ausgerechnet Hoteliers, nicht aber „einfache“ Gastronomen von den Steuersenkungen profitieren, wurde immer als Indiz dafür gewertet. Wie soll man das nicht glauben, wenn die FDP jetzt eine Rekordspende zu verzeichnen hat? Es geht um den Betrag von 1,1 Millionen Euro, den die Düsseldorfer Substantia AG im Laufe des Jahres in drei zeitlich versetzten Spenden an die Regierungspartei überwies. Tja, die richtigen Freunde muss man haben. Denn dass die Schatztruhen der Piraten mal so gefüllt sein werden, darauf wird man wohl noch warten müssen.
Dieser richtige Freund heißt August Baron von Finck. Laut „Spiegel“ einer der reichsten Männer Deutschlands und Miteigentümer der Mövenpick-Gruppe, die in Deutschland immerhin 14 Hotels betreibt. Also eindeutig der typische Mann des Mittelstandes, für den die FDP immer kämpft. Aber wer möchte ihm verdenken, dass er nun seiner FDP dieses Geschenk macht, immerhin ist das nur ausgleichende Gerechtigkeit. Was sind schon die 1,1 Millionen, wenn der Gewinn der Mövenpick-Gruppe dank der Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf 7 % 2010 ein x-faches dessen darstellen wird? Und auch die FDP hat ihm viel zu verdanken. Wäre es ohne solch hohe Spenden doch schwer möglich, einen so erfolgreichen Wahlkampf zu führen. So freuen sich alle. Die FDP freut sich, weil sie dank Hoteliers an der Macht sind. Die Hoteliers freuen sich, weil sie dank der FDP reich und nicht mehr im Mittelstand sind. Die CDU freut sich, weil sie immer noch an der Macht ist. Norbert Lammert freut sich, weil diese Spenden alle legal und angekündigt waren.
Gut, die Schulen und Theater, die in vielen deutschen Städten – z.B. Duisburg – geschlossen werden, die finden das nicht toll. Und die Oberbürgermeister, die vor ein paar Wochen noch vor dem Düsseldorfer Landtag gegen das Schuldenvemehrungsgesetz demonstriert haben, die finden das auch nicht toll. Die Menschen, die von den Sparmaßnahmen betroffen sind, und das ist fast jeder, die finden das nicht toll. Aber man muss auch jönne könne, wie man im Kölschen Karneval sagt. Damit kennt sich der Herr Westerwelle doch gut aus. Und noch etwas haben die beiden nun gemein – Köln ist bekannt für seinen Klüngel!

2 Kommentare

  1. 1
    Immerdasgleichegelaber

    Enthält keine Neuigkeiten, daher ist der Beitrag überflüssig.

  2. 2

    …den etablierten Parteien geht es nicht ums Wählervolk, sondern nur um den eigenen Machterhalt/-gewinn… daran wird sich nichts ändern lassen, Macht korrumpiert eben…

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