Freifunk-Moers Grafik: Freifunk-Moers.de

Freifunk Moers – Ein Vorbild für Duisburg?

Mit dem Ratsbeschluss vom 19. September 2014 startete die Stadt Moers ein ambitioniertes Kommunikationsprojekt. Unter dem Projektnamen City-WLAN soll nichts weniger als die flächendeckende Versorgung des Moerser Stadtgebietes mit kostenlosem WLAN erreicht werden.

Die Anforderungen für das City-WLAN sind beeindruckend:

  • kostenlos,
  • frei,
  • ohne zeitliche Beschränkung,
  • an jedem Ort,
  • einheitliches Netz und
  • Highspeed‐WLAN

Zunächst wurde das klassische Kooperationsmodell mit kommerziellen Anbietern untersucht. Die Stadt Düsseldorf zum Beispiel hat diesen Weg gewählt. Das Ergebnis war ernüchternd. Alleine für fünf Zugangspunkte (Access Points) wären Durchschnittskosten von einmalig mindestens ca. 1.000 € und laufend mindestens 600 € jährlich entstanden. Dazu noch die Kosten für die nötigen DSL-Anschlüsse. Ein stadtweites Funknetz wäre so nicht finanzierbar gewesen.

Darum entschied sich die Stadt Moers zur Kooperation mit dem gemeinnützigen Verein Freifunk Rheinland e.V. [1]. Das Freifunk-Prinzip beruht darauf, dass von vorhandenen Internetanschlüssen (Geschäfte, Institutionen oder Privatpersonen) etwas Bandbreite für ein öffentliches WLAN zur Verfügung gestellt wird. Mittels handelsüblicher WLAN-Router und einer selbstentwickelten Software spannen die Freifunker damit ein freies und für jedermann nutzbares WLAN auf.

Besonderheit
Die in Deutschland ständig drohende Störerhaftung [2] für Anschlussinhaber wird bei den Freifunkern durch  die technische Konfiguration des Netzes und durch den Status des Vereins als Service-Provider unterlaufen. Wer einen Freifunk-Knoten an seinem Anschluss bereitstellt, kann nicht für eine eventuell mißbräuchliche Nutzung des WLAN-Zugangs durch Dritte belangt werden.

Bei der Umsetzung des Projekts orientierte sich die Stadt Moers an den Freifunk-Erfahrungen anderer Kommunen wie Arnsberg oder Witten. Dort wurde als Ansatz ein bürgerschaftliches Engagement angestrebt. Das Konzept überzeugte auch die Moerser Verwaltung. Die Stadt hat das gesamte Projekt daher lediglich konzipiert und dann finanziell (5.000,- EUR), organisatorisch angeschoben und beworben. Die weitere Entwicklung des City-WLAN liegt nun bei den Freifunkern und den Moerser Bürgerinnen und Bürger sowie der lokalen Kaufmannschaft. Sie allein entscheiden über den weiteren Ausbau. Die Stadt steht lediglich als Ansprechpartner und für Hilfestellung bei Bedarf bereit.

Mittlerweile sind über 130 Freifunk-Router im Moerser Stadtgebiet [3] installiert. Zunächst konzentriert auf die Moerser Innenstadt und Stadtteilzentren. Namhafte Unternehmen aus Moers unterstützen das Projekt mit Sach- und Geldspenden. Installationen von WLAN-Richtfunkantennen auf Firmendächern oder Kirchtürmen, um größere Funkstrecken abzudecken, sind ebenfalls in Vorbereitung. Zudem wird an mobilen und wetterfesten Freifunk-Knoten gearbeitet, um künftig auch Open Air-Veranstaltungen (Straßenfeste, Konzerte, Kirmes, Weihnachtsmarkt usw.) mit kostenlosem WLAN zu versorgen.

Dieses Beispiel aus Moers und den anderen Kommunen zeigt, das bürgerliches Engagement etwas bewirken und Früchte tragen kann. Wenn die Bedingungen stimmen. Auch die Duisburger PIRATEN sind erklärte Anhänger der Freifunk-Idee und gerne bereit, die Einführung von Freifunk in Duisburg tatkräftig zu unterstützen.

Quellen:

[1] Freifunk Rheinland e.V.

[2] Wikipedia: Störerhaftung

[3] Freifunk Moers

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Hinweis: Dieser Beitrag ist lediglich ein Informationsangebot und keine offizielle Aussage der Piratenpartei Deutschland oder des Kreisverbandes Duisburg.

 

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