Tastatur schwarz CC0 Public Domain; Foto: tookapic / Pixabay

Hackday Niederrhein 2016 – Open Data als Chance erkennen

Am heutigen Samstag, dem 09. April 2016 um 10 Uhr, startete der zweite Hackday Niederrhein [1] im Rathaus der Stadt Moers. Bis Sonntag gegen 17 Uhr werden junge Softwareentwickler und Webdesigner gemeinsam an Projekten auf der Basis von Open Data arbeiten.

Der inoffizielle Startschuss fiel bereits am gestrigen Freitag. Unter dem Label „Rocket Girls“ wurde ein Code Workshop speziell für junge Frauen und Mädchen ab der 10. Klasse angeboten, um sie für das Experimentieren und Entwickeln mit Open Data zu begeistern.

Bei Open Data handelt es sich um öffentliche Datensammlungen, die von Verwaltungen und Behörden im Rahmen ihrer Arbeit erhoben werden. Diese Datensammlungen liegen in für Maschinen/Computern lesbarer Form vor und können von Entwicklern zur Auswertung und Visualieirung in Softwareprojekten genutzt werden.

Nach der Begrüßung durch Claus Arndt, dem Leiter der Stabsstelle Zentrales E-Government in Moers, begann der Hackday 2016 zunächst mit drei Impulsvorträgen.

Dr. Andreas Hey von der Datenfreunde GmbH [2] aus Berlin sprach über die Möglichkeiten, wie mit Softwareprodukten auf Open Data-Basis ein Geschäftsmodell entwickelt werden kann und was dabei zu beachten ist. In seinem Vortrag „Mit Open Data und Datenjournalismus kommerziell erfolgreich sein?“ wurden auch die klassischen Themen wie Unternehmensform, Geschäftspläne und Vertrieb angeschnitten.

Timo Jeske, Lead des Code for Niederrhein Lab [3] empfahl den anwesenden Entwicklern, Netzwerke wie zum Beispiel „Code for Germany“ zu nutzen, um bei Projekten Hilfe bei der Entwicklung oder auch der Finanzierung zu bekommen. Die Code Labs sind ein Programm der Open Knowledge Foundation Deutschland in Partnerschaft mit Code For America. Ziel des Programms ist es, Entwicklungen im Bereich Transparenz, Open Data und Civic Tech in Deutschland zu fördern.

Mara Mendes von der Open Knowledge Foundation Deutschland [4] berichtete von Open Data-Projekten in Verbindung mit Ausschreibungen und Auftragsvergaben in der EU und in Deutschland. Sie kritisierte dabei vor allem die mangelnde Transparenz der Vergaben, die innerhalb der gesamten EU immerhin ein Volumen von rund 2 Billionen Euro pro Jahr erreichen. Mit Open Data-Projekten sollen diese Vergaben transparenter gemacht und dabei auch die Korruption bei der Vergabe eingedämmt werden.

Nach Angaben von Mara Mendes ist es grundsätzlich sehr schwierig, bei den Vergaben an öffentliche Daten zu gelangen. Aus den Besucherreihen kam die Frage, wie diese Zugänglichkeit bei wirksamen Freihandelsabkommen wie TTIP, CETA  oder TiSA aussehen könnte. Aufgrund der geheimen Verhandlungen konnte sie natürlich keine definitive Aussage treffen, befürchtete jedoch eine deutliche Verschlechterung für Open Data-Projekte bei der Versorgung mit öffentlichen Daten.

Fazit
Open Data bietet ein enormes Potenziel für die Entwicklung innovativer Software-Produkte, für Gründerinitiativen und nicht zuletzt für die demokratische Teilhabe aller Bürger. Diese Chancen stehen oder fallen jedoch mit der Bereitschaft von Politik und Verwaltungen, diese Daten auch zur Verfügung zu stellen.

Quellen:

[1] Hackday Niederrhein 2016

[2] Datenfreunde GmbH

[3]  Code for Niederrhein Lab

[4]  Open Knowledge Foundation Deutschland

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Hinweis: Dieser Beitrag ist lediglich ein Informationsangebot und keine offizielle Aussage der Piratenpartei Deutschland oder des Kreisverbandes Duisburg.

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