Piratenpartei Duisburg

Koch's Sklaven

Sie sind faul, sie stinken, und sie schaun pausenlos RTL2. Wenn man die Klischees über Hartz-IV-Empfänger zusammenfassen möchte, dann kommt dies wohl dabei raus. Und wenn man ein Politiker am rechten Rande der CDU ist, der bekannt ist für seine Liebe zu Klischees, dann übernimmt man dieses Konstrukt gerne, um daraus seine Theorien und Gesetzesvorschläge zu formulieren. Dass es gefährlich für die Demokratie ist, von Klischees auf den Einzelnen zu schließen, interessiert dabei genauso wenig wie die Tatsache, dass diese Klischees auch gar nicht auf das Gros der “Hartzis” zutreffen. Denn es geht um Arbeit. Genauer gesagt um billige Arbeitskräfte, die all die Arbeit verrichten, die wohl kaum jemand gerne tut. Und so kommt es dann, dass Roland Koch, der ja bei der Union für seine häufigen Vorstöße berüchtigt ist, nun die “Zwangsrekrutierung” für Hartz-IV-Empfänger fordert.
Doch das Konzept ist nicht neu. In Deutschland gab es das bereits im Mittelalter. So wurden freie Männer dadurch, dass sie die Steuer oder Pacht nicht zahlen konnten, zu Leibeigenen. Und ihre Kinder wurden gleich als Leibeigene geboren. Als Leibeigener hatte man für den Herrn zu arbeiten, seine Felder zu bestellen, seine Wagen zu fahren und ähnliches, und musste sich nebenbei auch noch sein Einkommen sichern. Dafür schützte der Herr sie vor äußeren Einflüssen. Also auch nicht viel anders, als bei Koch’s Vorschlag. Der Staat schützt vor der Obdachlosigkeit, und der Arbeitslose macht die Drecksarbeit!
Mit der Aufklärung und dem Ideal vom Menschen, der sein Schicksal selbst bestimmt, wurde diese dann langsam aufgehoben. Ist das nichts weiteres als ein historischer Irrtum, der nun wieder korrigiert wird?
Die Idee, dass Hartz-IV-Empfänger eine Arbeit bekommen sollten, damit sie dem Steuerzahler nicht auf der Tasche liegen, mag in ihren Grundsätzen verlockend sein. Doch wie soll es möglich sein, das Millionenheer von AlGII-Empfängern in Jobs unterzubringen, die gerade in der Krise ganz einfach nicht da sind? Sollen das dann alles 1-Euro-Jobber werden? Natürlich ist das ein Verstoß gegen Grundgesetz Artikel 12, die Freiheit der Berufswahl. Aber was besonders bitter ist:
Jemand, der zum arbeiten gezwungen wird ist billiger, da mit weniger Lohn “zufrieden” als ein “einfacher” Angestellter. Und schon hat Herr Koch nicht nur ein Sklavenheer, sondern nimmt denen, die noch Arbeit haben, ihre Jobs. Welches Unternehmen wird denn noch für einen Angestellten 5€ bezahlen, wenn es auch fü 1€ einen “Hartzi” haben kann?
Bleibt noch das Problem, dass man irgendwie damit umgehen muss, dass einige Leute faul sind.

Muss man das?

Sollte eine Gesellschaft tatsächlich zu solchen freiheitsbeschränkenden Maßnahmen greifen, nur weil einige das System ausnutzen? Oder sollte diese Gesellschaft das nicht viel mehr ertragen können und sich zu seinen Werten bekennen? Denn unsere Werte sind es, die unsere Zeit vom Mittelalter unterscheidet!


5 Kommentare zu Koch's Sklaven

  1. georg hoffer meinte am

    HABE ICH DOCH GESCHRIEBEN -GEGEKOMENTARE VOM LOBBYSTEN;
    LIEBE LOBNBYSTEN- BEI DEN KOMMENDEN WAHLEN; TSCHÜSS

    ROBBES PIERE

  2. queue meinte am

    Da es nicht richtig ankam, hier nochmal in Worten: Fisch für den Troll

  3. queue meinte am

    @Freidenker: <

  4. Freidenker meinte am

    Dass Sie sich über die von Koch aufgeführte Idee beschweren, ist, wenn Sie den Grundsätzen der Piraten folgen, völlig richtig. Da ich jedoch für diese Sozialpartei, die ich durchaus im linken Feld einordnen würde, keine großen Gefühle hege, nicht nur, weil sie eher als Spaßpartei auf einem kleinen Nebenzettel steht, sondern auch weil Sie wohl dem momentanigen Ausdruck der Volksverdummung am nächsten kommt, halt ich es für falsch diesen Vorschlag grundlegend schlecht zu reden. Es ist eine Tatsache, dass die Bevölkerung in Deutschland zurückgeht und dass der Steuerzahler genügend abzugeben hat. Wie soll das alles bei dreimal so vielen Rentnern und doppelt so vielen Arbeitslosen wie Arbeitenden funktionieren? Jemand der 2000 Euro einnimmt, soll dann plötzlich 1800 Euro abgeben, damit die armen, armen Hartz-IV’ler ihren Schweinebraten essen können und damit noch genau so viel Geld übrig hat wie die oben besagten? Das kann nicht sein und es gilt endlich einen Ausweg zu finden aus diesem Dschungel des Sozialstaats. Koch’s Vorschlag ist der Weg in die richtige Richtung. Oder wie sieht ein Pirat, der natürlich aufgrund des Grundsatzschützens lieber den Staat untergehen lässt, die Entwicklung der deutschen Landen?

    Hochachtungsvoll,
    ein verirrter Internetsurfer

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