Kuba schaltet auf Linux um – Windows soll komplett ersetzt werden

Kuba und sein früherer Machthaber Fidel Castro ist sicher eines der umstrittensten Länder der Welt.
Von den einen als letztes Bollwerk des Kommunismus und seiner Ideale glorifiziert, sehen andere diese äußerst kritisch und prangern unter anderem Pressezensur, Verfolgung Andersdenkender und eine Vielzahl anderer, massiver Einschnitte in die Menschenrechte an.

Doch trotz aller Kontroversen: Zumindest von der kubanischen Politik im Bereich EDV  kann sich die restliche Welt mehr als eine Scheibe abschneiden.
Schon länger war es angekündigt, doch nun will Kuba endgültig von Windows und den ganzen anderen Software-Produkten aus dem schönen Redmond in „gods own country“ Abschied nehmen.

Die Gründe sind vielfältig, eine große Rolle dürfte nicht nur die Unabhängigkeit von den USA und der dort hergestellten Produkte und die hohen Kosten, sondern auch Sicherheitsrisiken spielen.
Letztere erregen beispielsweise beim Dekan der kubanischen UCI („Universidad de las Ciencias Informáticas“ – Universität für Informatik), Alain Guerrero Enamorado, Sorge – Es könnten schließlich unbemerkt Informationen ins Ausland gesendet werden.

So setzt man nun auf eine auf Abwandlung der Linux-Distribution Genux Linux namens „NOVA“ im Office-Bereich, beim Betrieb von Servern auf Debian GNU/Linux. Ersteres soll sich sehr ähnlich wie Windows bedienen lassen, um Umstellungsschwierigkeiten zu minimieren.
Bisher arbeiten anscheinend nur einige Behörden mit den neuen Systemen, es laufen aber anscheinend Projekte, um zu ermitteln, wie man sämtliche bisher genutzen Anwendungen auf Linux übertragen bzw. entsprechenden Ersatz finden kann.

Wir duisburger Piraten können diesen Schritt nur vollkommen unterstützen.
Bis heute ist der Quellcode der Windows-Betriebssysteme, der „MS Office“-Reihe und anderer Microsoft-Produkte als Betriebsgeheimnis nicht vollkommen offengelegt, somit besteht keine Möglichkeit zu überprüfen, was genau die Programme nun eigentlich tun – Dies ermöglicht einerseits Sicherheitslücken, die, anders als bei Open Source-Programmen, nur vom Hersteller selbst korrigiert werden können, als auch versteckte Spionagefunktionen, die zumindest theoretisch problemlos eingebaut werden könnten.

Zumal kostet es den Staat Millionen, wenn nicht sogar Milliarden Steuergelder, seine Einrichtungen mit den jeweils neuen Versionen auszustatten.
Und das, obwohl es zumindest für den Office-Bereich eine Reihe sicherer, völlig kostenloser Lösungen gibt, die man zudem noch nach belieben umprogrammieren und somit auf seine Bedürfnisse zurechtschneiden kann.

Warum müssen Länder wie Kuba den ersten Schritt machen?
Sind nicht wir es, die regelmäßig mit ihrem technologischen Fortschritt prahlen? Wieviel müssen die Deutschen noch an überflüssigen Geldmengen an den Staat spenden, nur weil man es dort nicht schafft, die simpelsten Maßnahmen zu ergreifen?

Es ist peinlich für uns alle, für Deutschland, den Westen, den Osten, einfach alle.
Was Kuba kann, können wir schon lange! Es steht nur zu hoffen, dass unsere Regierung endlich zu unser aller Wohl agiert und sich für die besseren Lösungen entscheidet.
Und gerade die wirtschaftlich orientierte FDP sollte sich doch eigentlich für kostengünstige, einfache und effektive Lösungen begeistern lassen.

Quelle:  Pro-Linux.de
Offizielle Seite der „NOVA“-Distribution ( auf Spanisch): NOVA.uci.cu

2 Kommentare

  1. 1

    Schön zu hören 😉

    ps:
    Kuba ist nicht Kommunistisch, sondern Sozialistisch:
    „Heute ist Kuba eine der letzten bestehenden sozialistischen Volkswirtschaften. “
    &
    „Staatsform: Sozialistische Republik“
    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kuba

  2. 2

    Wenn wir schon dabei sind: Was im deutschen Gesundheitswesen für Softwarelizenzen ausgegeben wird, dürfte auch nicht unerheblich sein. Statt für Krebsforschung spende ich lieber Geld für FSF und andere. Das ist viel wirkungsvoller.

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