Kulturfreiheit im Lehmbruck Museum – Eine Politposse Made in Duisburg

Die kurzfristige Absage an den Künstler Gregor Schneider und seine für die Ruhrtriennale 2014 im Lehmbruck-Museum geplante Installation, löst in der nationalen und internationalen Kunstszene Betroffenheit und Unverständnis aus. Kurt Klein, Vorsitzender der Piratenpartei Kreisverband Duisburg, nimmt Stellung zur bisherigen Entwicklung dieser Entscheidung.

>> Nachdem der Oberbürgermeister mit dem Gewicht der ihm zugemessenen Lebensreife in einem vermeintlichen Alleingang darüber entscheidet, dass die Duisburger für eine geplante Kunstausstellung noch nicht reif seien, eskaliert die Posse zusehends.

Wir halten mal fest, dass das von Gregor Schneider geplante Kunstwerk „Totlast“ offensichtlich auf einem planungstechnisch guten Weg war. Dann entscheidet plötzlich der OB, dessen einzige bemerkenswerte Lebensleistung bisher ist, nicht zur Love Parade 2010 Oberbürgermeister gewesen zu sein, dies sei angesichts der Folgen eben jener Love Parade 2010 den Bürgern wegen fehlender Reife [1] nicht zuzumuten.

Dann verhöhnt die Pressesprecherin der Stadt Duisburg mündige Bürger, die der Bevormundung durch den OB auf kreative Weise Protest [2] entgegensetzen. Der dann der Öffentlichkeit suggerierte Rettungsanker greift leider nicht. Denn jetzt entdeckt das ja ach so übergangene Kuratorium der Stiftung des Lehmbruck Museums noch weitere Mängel [3], diesmal aus der bauaufsichtstechnischen Sicht.

Da stellt man sich leicht angewidert die Frage: Ist irgendjemand ernsthaft überrascht?

Zugegeben, man stolpert nicht gleich darüber. Aber man muss wirklich noch an den Osterhasen glauben, wenn man annimmt, dass die stramme Phalanx der Großkoalitionäre, ergänzt um den Kulturdezernenten, tatsächlich ihren Vorsitzenden überstimmt. Wenn man nämlich nach dem Kuratorium der Stiftung Wilhelm-Lehmbruck-Museum sucht, erfährt man im Ratsinformationssystem der Stadt Duisburg, dass sich das Kuratorium [4] zum 30.06.2014 wie folgt konstituiert hat:

  • Herr Oberbürgermeister Sören Link, SPD, Vorsitzender
  • Ratsherr Frank Heidenreich, CDU, Mitglied
  • Herr Beigeordneter Thomas Krützberg, Mitglied
  • Ratsherr Dieter Lieske, SPD, Mitglied
  • Ratsherr Udo Vohl, SPD, Mitglied
  • Ratsfrau Sigrid Volk-Cuypers, CDU, Mitglied

Bei dieser Zusammensetzung war von vornherein ziemlich unwahrscheinlich, dass man sich dem Verdikt des OB entgegenstellen würde. Somit nimmt die Provinzposse ihren weiteren Verlauf, indem nun erste Leihgeber ihre Ausstellungsstücke zurückverlangen [5].

Abschließend zu den Themen Transparenz und Reife beim Wirken in der Stadt, hier insbesondere an die Adresse der hier Handelnden und der Pressereferentin des OB.

Bevor ich Erwachsene bevormunde und mir selber Reife bescheinige, sollte ich die Basisgrundlagen erwachsener Ratsarbeit beachten. Wir PIRATEN erwarten, dass die Sitzungen des Kuratoriums ordnungsgemäß eingetragen und protokolliert werden. Danach schreiten wir dann weiter im Prozess des Erwachsenwerdens und lernen die Annahme und Absage von Terminen und lassen uns erste Kenntnisse zum Grundgesetz vermitteln. >>

Quellen:

[1] Duisburgs OB verbietet Kunstwerk von Gregor Schneider zur Ruhrtriennale

[2] Kultur-Aktivisten stürmen das Duisburger Rathaus

[3] Kuratorium billigt OB-Entscheidung

[4] Kuratorium der Stiftung Wilhelm-Lehmbruck-Museum

[5] Leihgeber fordert Kunstwerke zurück

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