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Mehr Transparenz bei den Duisburger Ratsdokumenten

Das Ratsinformationssystem der Stadt Duisburg, kurz RIS, hat im August 2016 eine seit langem vermisste Funktion bekommen. Ab sofort ist es möglich, auch innerhalb der Dokumente nach den gewünschten Begriffen zu suchen. Diese sogenannte „Volltextsuche“ stand in den vergangenen Jahren nicht zur Verfügung.

Die Suchfunktion beschränkte sich bisher auf die Titel der hinterlegten PDF-Dokumente und auf die Kurztexte innerhalb der Webseiten. Für Ratsmitglieder, Journalisten und Bürger war die Recherchearbeit innerhalb des RIS daher sehr mühsam. Wenn man bei der Suche nicht wenigstens den Suchzeitraum eingrenzen konnte, blieb die Recherchearbeit leider oft erfolglos. Andere Kommunen, wie zum Beispiel Moers, verwenden das selbe System. Warum funktionierte dort die Volltextsuche?

Die Basis des aktuellen RIS, die Software „SessionNET“, wurde in Duisburg in der zweiten Jahreshälfte 2006 eingeführt und von der DU-IT GmbH, einer Tochtergesellschaft der DVV, betrieben. Nachforschungen in 2015 seitens der Duisburger PIRATEN hatten ergeben, dass die Volltextsuche bisher aufgrund einer speziellen Serverkonfiguration bei der DU-IT GmbH nicht zur Verfügung stand.

Die besagte Konfiguration war damals aus Gründen der Kostenersparnis gewählt worden. Sparsamkeit ist grundsätzlich zu begrüßen. In diesem Fall verhinderte sie jedoch, das eine für die Suchfunktion benötigte Software-Komponente installiert werden konnte. Da durch den Sparzwang aber eine elementare Funktion des Ratsinformationssystems wegfiel, wurde definitiv an der falschen Stelle gespart.

Zudem muss der damalige Entscheidungsprozess hinterfragt werden. Eine so komplexe Software wie das Ratsinformationssystem wird nicht „mal eben“ an einem Wochenende installiert, der gesamte Datenbestand aus dem alten System migriert und dann alles aktiv geschaltet. Dem geht in der Regel eine mehrmonatige intensive Testphase voraus.

Somit muss schon relativ früh erkennbar gewesen sein, das die Volltextsuche in der gewünschten Systemkonfiguration nicht zur Verfügung steht. Es wurde also ganz bewußt auf diese wichtige Funktion verzichtet. Ein akzeptierter Kollateralschaden. Mit Blick auf die Bedeutung des RIS für die kommunale Ratsarbeit sowie als Informationsquelle für Bürger und Journalisten, kann die damalige Entscheidung durchaus als „fahrlässig“ bezeichnet werden.

Das Ratsinformationssystem der Stadt Duisburg [1] wird inzwischen nicht mehr von der DU-IT GmbH betrieben, sondern vom Kommunalen Rechenzentrum (KRZ) Minden-Ravensberg/Lippe [2] in Lemgo. Das KRZ ist als Kommunaler Zweckverband eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts und bietet für Kommunen zahlreiche IT-Dienstleistungen an.

Links:

[1] Ratsinformationssystem der Stadt Duisburg

[2]  Kommunales Rechenzentrum (KRZ) Minden-Ravensberg/Lippe

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Hinweis: Dieser Beitrag ist lediglich ein Informationsangebot und keine offizielle Aussage der Piratenpartei Deutschland oder des Kreisverbandes Duisburg.

6 Kommentare

  1. 1

    mühsam. Wern man bei

    Bitte Tippfehler entfernen.

  2. 2

    „Unerwünschte“ Eingaben wie etwa Bürgeranregungen, die als PDF dem Oberbürgermeister vorgelegt werden, oder brisante Statistiken werden als Bilddatei (~jpg) im RIS hinterlegt. So werden sie bei der Suche nicht gefunden. Das ist recht eigenwillig.

    Solch eigenwilliges Verständnis ist durchaus verbreitet. Auch bei Wikipedia.DE gibt es eigensüchtiges Herrschaftsgebahren. Dann scheitert die Kooperation.

    Längst hätte die deutsche Wikipedia den zweimillionsten Artikel melden können; doch viele neue und auch alte Autoren (Editor) laufen weg. Allein bei den Administratoren ist in 2016 ein Verlust von zehn Prozent zu verzeichnen. Das Niveau der Wikipedia.DE-Unterstützer ist auf den Stand von 2004 gesunken; zu besten Zeiten waren das mehr als doppelt so viele.

    Der 2.000.000ste Wikipedia.DE-Artikel wird deshalb erst zur Jahreswende 2016/2017 erwartet. Zu Jahresbeginn waren Propheten von Wikipedia.DE noch deutlich optimistischer. Die aktiven Editoren (30 Tage) werden sich in 2016 um ein Drittel vermindern, so eine Projektion. Anfang 2016 waren es noch 21.500.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Vorlage:Status
    https://stats.wikimedia.org/DE/TablesWikipediaDE.htm

    Gestörten unkooperativen Strukturen folgt Meidung wie Wikipedia- oder Wahlverdrossenheit in Duisburg.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Edward_Steintain/Meidung

  3. 3
    Aufarbeitung Loveparade

    Es klappt!

    Politische Aufarbeitung der Loveparade Duisburg 2010
    Name: 07-1001
    Aktenzeichen: OB/DMG
    Art: Beschlussvorlage
    Datum: 31.05.2007
    Betreff: Ruhr-Love-Weekend 2010

    https://sessionnet.krz.de/duisburg/bi/vo0050.asp?__kvonr=20048546

    Frage an die PIRATEN:
    Polizei und Feuerwehr hatten vor der Loveparade gewarnt. Wie sucht man, ob die Ratsmehrheit oder Ratsopposition Duisburg das durch eine Anfrage oder einen Antrag im Stadttrat thematisiert hat?

  4. 4
    Edward Steintain

    Wird die Recherche im Ratsinformationssystem als Beitrag zur Demokratie aufgefasst, dann ist Duisburg (Ruhrgebiet, Rheinland, NRW) ein Leggard („gammelnder, bummelnder Nachzügler“).

    Stimmt der Eindruck, dass einst amerikanisch-besetzte Gebiete und heutige Bundesländer, deren Landesverfassung und Kommunalgesetzgebung US-geprägt sind, heute insgesamt besser dastehen als NRW unter dem Einfluss der Briten nach 70 Jahren?

    Zitat aus
    Seite 133 – WDR Text 25 . 08 .  2016
    AKTUELLES – WDR – HINTERGRUND 
    http://www1.wdr.de/wdrtext/index.html

    Herzlichen Glückwunsch, NRW (1)       
                                           
     Nordrhein-Westfalen hat Geburtstag: 70
     Jahre alt ist das Bindestrich-Land ge-
     worden. Gefeiert wurde mit einem Fest-
     akt am Dienstag im Beisein u.a. des   
     britischen Prinzen William und von Bun-
     deskanzlerin Merkel. Am Wochenende wer-
     den Rheinländer und Westfalen zum Bür-
     gerfest in Düsseldorf erwartet, dem   
     „Schreibtisch des Ruhrgebiets“.       
                                           
     Dass die beiden Bevölkerungsgruppen   
     politisch mit einer gemeinsamen Stimme
     sprechen, haben sie den Briten zu ver-
     danken. Die Geschichte eines „Kindes  
     des Kalten Krieges“.                  
                                            
    Herzlichen Glückwunsch, NRW (2)       
                                           
    Wer hat NRW gegründet?                
     NRW wurde von Großbritannien gegründet,
     genauer gesagt von der damaligen La-  
     bour-Regierung unter Premierminister  
     Clement Attlee. Das NRW-Gebiet gehörte
     zur britischen Besatzungszone, die den
     Nordwesten Deutschlands umfasste.     
                                           
    Gab es etwas Ähnliches wie NRW schon vor 1946?                             
     Nein, vor 1946 gab es die beiden preu-
     ßischen Provinzen Westfalen und Rhein-
     provinz. Die Rheinprovinz umfasste auch
     noch den nördlichen Teil des heutigen 
     Bundeslandes Rheinland-Pfalz.         
                                            
    Herzlichen Glückwunsch, NRW (3)       
                                           
     Dieser Teil lag nach dem Zweiten Welt-
     krieg nicht mehr in der britischen,   
     sondern in der französischen Besat-   
     zungszone.                            
                                           
    Warum wurde NRW gegründet?            
     „Nordrhein-Westfalen ist ein Kind des 
     Kalten Krieges“, sagt der Historiker  
     Christoph Nonn. „Die Briten waren die 
     ersten unter den westlichen Besatzungs-
     mächten, die die Sowjetunion als eine 
     massive Gefahr gesehen haben.“        
                                           
     Sie befürchteten 1946 eine kommunisti-
     sche Unterwanderung des Ruhrgebiets.  
    Herzlichen Glückwunsch, NRW (4)       
                                           
     Das Ruhrgebiet war damals die größte  
     Industrieregion Europas und ehemalige 
     Waffenschmiede des Nazi-Reiches. Dies 
     wollten sie verhindern. Es drehte sich
     also alles um das Ruhrgebiet.         
                                           
    Warum hatte das Ruhrgebiet so eine überragende Bedeutung?                
     Das lag an der Kohle. „Transport, Heiz-
     energie, Stromerzeugung – alles, was  
     die damalige Welt ausgemacht hat, ging
     nicht ohne Kohle“, erläutert Historiker
     Nonn. Fahrzeuge gab es ja nach dem    
     Krieg noch kaum, der Transport lief   
     über die Eisenbahn.                   
                                            
    Herzlichen Glückwunsch, NRW (5)       
                                           
    Warum wurde dann kein Ruhr-Land gegründet, sondern eben NRW?                
     Weil die Briten befürchteten, dass die
     Einwohner des Ruhrgebiets eine kommu- 
     nistische Regierung wählen könnten.   
     „Deswegen hat man gedacht: Man nimmt  
     diese ländlichen Regionen wie Ostwest-
     falen, den Niederrhein und die Eifel  
     dazu, die viel stärker konservativ-ka-
     tholisch geprägt sind, und gleicht das
     dadurch aus“, erläutert Nonn.         
                                           
     Außerdem sollte das agrarische Hinter-
     land den Ballungsraum mit Nahrung ver-
     sorgen.

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