Musik in Duisburg nur für Reiche?

Die Niederrheinische Musik- und Kunstschule (NMKS) soll wohl privatisiert werden. Zumindest sieht dies das Haushaltssicherungskonzept 2010 vor, das dem Rat zur Verabschiedung vorgelegt wird. Demnach soll die Stadt bis 2013 einen Abnehmer finden und ihren jährlichen Zuschuss von knapp 3 Mio. € auf 400.000 € reduzieren.
Uns Piraten erreichte diese Nachricht mitten auf einem Infostand für die Unterschriftenaktion zum Erhalt der NMKS. Doch anstatt, dass die informierten Bürger sagten „seht mal, die NMKS wird überleben“ wollten sie nun erst recht unterschreiben! Denn die Privatisierung der NMKS bedeutet de facto das Aus für bezahlbaren Instrumental- und Gesangsunterricht in Duisburg. Die eingesparten 2,5 Mio. werden die künftigen Investoren nämlich auf anderem Wege wieder einholen – durch eine starke Erhöhung der Gebühren. In was für einer Stadt soll man denn dann leben, in der nur die Reichen ihre Kinder auf die Musikschule schicken können? Gerade die Möglichkeit, auch Kinder aus finanziell ärmeren Verhältnissen an die Musik heranzuführen, teilweise auch als Form der Integration, war in den letzten Jahren einer der Gründe für den Erfolg der Musikschule! Soll dies nun einer Art Elite-Musikschule weichen? Oder wird man das Angebot einengen? Werden dann Instrumente wie die Baglama wieder nur in der Türkei gespielt?
Wenn sich die Herren im Stadtrat das unter einer vernünftigen, integrationsfördernden Sparpolitik vorstellen, dann sollten da ganz schnell Piraten rein! So engagiert die Rede von Oberbürgermeister Sauerland zur Verteidigung der Moschee in Marxloh gegenüber ProNRW war, so zeigen er und seine Ratsfreunde nun doch, dass den Parolen von gelungener Integrationspolitik keine Taten folgen! Nein, stattdessen hindert man Kinder aus finanziell schwächeren Familien daran, sich zu bilden und in die Gesellschaft einzufügen. Alleine dafür verdienen die Herren den Tor des Monats Januar!
Ja, es muss gespart werden. Es werden Schulen geschlossen, Schülerausstausche im Wert von 1240€ sind zu teuer – nur von Einsparungen beim „Spitzen-„Sport, wie dem MSV, war nicht viel zu sehen. Wie auch, immerhin ist Herr Sauerland ja ein Zebra! Und wer braucht schon ne Musikschule? „Schalalalalaaaaa“ kann man auch ohne Violine grölen!

Die Investition in die Jugend und deren Bildung und Kultur ist eine Investition in den Standort Duisburg. Diese zu kürzen schadet der Stadt auf lange Sicht finanziell wie sozial mehr, als das Sparen jemals nützen wird! Wann werden die Herren im Rathaus das endlich einsehen?

Ein Kommentar

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    Investitionen in die Zukunft? Wo soll das denn hinführen? Zu mündigen Bürgern, die nicht alle vier Jahre ihr Kreuz der rechten Seite geben und die CDU wieder auf den Thron hebt? Das wäre ja zu schön. Außerdem ist Integration doof, dann kann man gar nicht mehr gegen die ganzen Milliarden kriminellen Ausländer hetzen, weil die nämlich integriert wären. Also Musik bitte nur noch für Reiche, am besten weiß und CDU-wählend. Danke.

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