Pro NRW plant „Haus der Opfer des Islam“ in Duisburg

Wie DerWesten berichtet, könnte Duisburg bald um eine vermeintliche Sehenswürdigkeit reicher sein. Denn Pro-NRW plant hier den Bau eines „Hauses der Opfer des Islam“, und zwar in direkter Nachbarschaft zur Merkez-Moschee in Marxloh.
Bezeichnend ist, dass Vertreter dieser Gruppierung mehr über die Finanzierung sagen konnten, denn über die „Verbrechen des Islam“, ohne die es ja kaum „Opfer“ geben kann. 10 Millionen Euro soll das „Gedenkzentrum“ kosten, 2 Millionen davon möchte Pro NRW über eine großzügige Spende direkt zahlen. Für eine sinnvolle Begründung dieser Aktion benötigt Pro-NRW allerdings, wie aus dem Artikel hervorgeht, noch ein Weilchen.
Es stimmt bedenklich, dass sich in diesem Land Menschen finden, die eine Religion dafür verantwortlich machen, dass Fanatiker oder gar religiös unmotivierte Menschen Verbrechen begehen. Denn wie oft hört man in solchen Zusammenhang Sätze wie „Die Türken…“. Und es ist ganz und gar unbegreiflich, dass nun Deutschland neben Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus nun auch welche für Opfer des Islam haben soll.
Nun gut, lässt man diesen Gedanken einmal zu, dann muss man die Partei mit kölschen Wurzeln aber doch fragen, wann endlich eine Gedenkstätte für die Opfer des Christentums eröffnet wird, am besten direkt neben dem Kölner Dom. Immerhin waren Kreuzzüge, Hexenverbrennung und Inquisition nicht gerade von Toleranz und Menschenrechten geprägt. Und die Gebeine der Heiligen Drei Könige liegen auch nur deshalb im Dom, weil Kaiser Friedrich „Barbarossa“ dafür einst die Stadt Mailand verwüstet hat. Und wo wir schon dabei sind: Wann wird es endlich Gedenkstellen für die Opfer des Kölschen (wahlweise auch Düsseldorfer) Karnevals geben, der jedes Jahr tausende von Alkoholtoten provoziert? Und wann gibt es endlich die Gedenkstätte für die Opfer des MSV Duisburg, des 1.FC Köln, Schalke 04 und all denen, die aus Platzgründen hier nicht erwähnt werden, bei deren Derbys sich auch immer reihenweise Menschen die Schädel einschlagen?
Ich wäre schon zufrieden, wenn es hier eines Tages ein Haus der „Opfer von Pro-NRW und Intelligenzarmut“ gibt.

3 Kommentare

  1. 1

    Die meinten das nicht ernst. Das war eine PR-Aktion für den Wahlkampf, auf die ein paar wenige Medien hereingefallen sind, zumal sie ja sogar die Adressen der Wohnhäuser veröffentlicht haben, welche angeblich eine ähnliche Funktion erfüllen sollten, wie Frauenhäuser. Solche Daten werden jedoch grundsätzlich – aus verständlichen Gründen – geheimgehalten. In der Regel wird nur eine Telefonnummer und als Adresse ein Postfach angegeben. Betreiberorganisationen oder -personen solcher Häuser geben sich nur selten öffentlich zu erkennen. Mit diesem Wissen kann man diese Aktion als Luftnummer entlarven.

    Es verhält sich hier ähnlich wie bei den Immobilienkäufen der NPD. In der Regel ebenfalls Luftnummern.

  2. 2

    Ziemlich spät für eine Antwort, aber da das Internet im Gegensatz zu uns nichts vergisst:

    Gegenüber dem Zentralrat der Ex-Muslime ist dieses Statement ziemlich fies. Mit eurem Statement spricht man eigentlich das Existenzrecht für den Zentralrat der Ex-Muslime ab, ist doch dieser Zentralrat selbst „Mahnmahl“ und Sammelbecken für alle (Ex-)Muslime, die bereits schlimme Erfahrungen mit dem Islam machen konnten.

    Ein vernünftiger Schritt wäre, die Gotteshäuser selbst zu Gedenkstätten zu erklären, in denen vor den totalitären Religionen gewarnt wird. Letztlich wird jeder als Atheist geboren und dann von kleinauf für eine bestimmte Religion gedrillt. Einige Religionsanhänger(z.B. Muslime) schnibbeln dann auch noch an den Geschlechtsteilen ihrer wehrlosen Kinder herum. Niemand hat das Recht so etwas aus niederen Gründen(z.B. religiöse Gründe) zu tun. Parteien, die so etwas unterstützen werden von der Masse der religionsfreien Bürgern der Mitte nicht gewählt!

  3. 3

    Religiöse und niedere Gründe miteinander zu vermischen sollte man nicht von vornherein. Wenn natürlich gegen die Menschenwürde verstoßen wird, versteht sich das von selbst.
    Zum Beispiel „Ehrenmorde“ sind niedere Beweggründe. Da versteht ich nicht, dass die Richter so „kulant“ urteilen.

    Was Geschlechtsteile angeht, so erfüllt, dass entfernen der Vorhaut eine Funktion. Wie die meisten religiösen Gebräuche entstammt dies einer primitiveren Zeit. Als tägliches Waschen nicht immer möglich war. Es sollten Krankheiten verhindert werden durch die Entfernung der Vorhaut.
    Das dies heute nur nicht bedingt notwendig ist, ist wie bei vielen anderen religiösen Dingen noch nicht im hier und jetzt angekommen.

    Einen wirkliche großen Verstoß gegen die Menschenwürde sehe ich in der Einstellung des Papst zur Verhütung und Verwendung von Kondomen. Nicht nur das sich Krankheiten dadurch verbreiten, nein auch die Überbevölkerung nimmt dadurch zu. Ich finde es schlimmer, wenn Menschen an Hunger und Durst sterben müssen, weil andere der Ansicht sind, dass Verhütung schlecht ist.

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