Schüler des Friedrich-Albert-Lange-Berufskollegs diskutieren mit Duisburger Kandidaten der NRW-Wahl. Für die PIRATEN dabei: Britta Söntgerath

Von Michael Söntgerath:

Alle Parteien des Landtags NRW waren auf dem Podium vertreten: (v.l.) Britta Söntgerath (PIRATEN), Nicolas Back (CDU), Phillip Becker (FDP), Dr. Birgit Beisheim (GRÜNE) und Rainer Bischoff (SPD).

Podiumsdiskussionen eilt der Ruf voraus, wenig Handfestes zu bieten. Die Teilnehmer spulen ihre Positionen herunter und weichen geschickt den Fragen des Publikums aus.

Dass es auch anders geht, hat die Debatte am 9. Mai 2017 am Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg in Duisburg Mitte gezeigt. Rund 90 Schülerinnen und Schüler haben die eingeladenen Kandidaten zur Landtagswahl NRW aus der Komfortzone geholt und ihre eigenen Themen in den Mittelpunkt gerückt.

Den ersten (inhaltlichen) Wirkungstreffer konnte Ratsfrau Britta Söntgerath (PIRATEN), Kandidatin für den Wahlkreis Duisburg I [1], beim Punkt Cannabis setzen. Sie unterstrich, dass die Konsumenten entkriminalisiert werden müssen und traf damit den Nerv der Schülerinnen und Schüler. Ebenso wichtig sei es, den medizinischen Nutzen von Cannabis anzuerkennen und mehr Geld für klinische Studien in die Hand zu nehmen.

Wie nah die Positionen der Piratenpartei und die Lebenswirklichkeit vieler Jugendlicher beieinanderliegen, verdeutlichte die Diskussion zum Thema Schule. Viele Schüler kritisierten veraltete Lehrpläne und realitätsferne Inhalte. „Die klassische Didaktik hat ausgedient und muss smartgerecht [2] mit innovativen Methoden und digitalen Lehrtechniken kombiniert werden“, sagte Britta Söntgerath.

Schwung in die Debatte kam beim Thema innere Sicherheit. Die Bandbreite der Positionen reichte von der einfachen Rechnung „mehr Polizisten gleich mehr Sicherheit“ (CDU) bis zum Verzicht auf eine flächendeckende Videoüberwachung (PIRATEN) [3]. Vor allem Britta Söntgerath und Phillip Becker (FDP) waren sich einig, dass eine Ausbildung zum Polizisten wieder mit einem Realschulabschluss möglich sein muss. Allerdings, die Zahl alleine macht es nicht. Polizisten müssen besser ausgebildet und eng in präventive Konzepte und Programme eingebunden werden.

Die Podiumsdiskussion am Friedrich-Albert-Lange-Berufskollegs hat einmal mehr gezeigt, dass die Unkenrufe einer politisch verdrossenen Jugend völlig deplatziert sind. Im Gegenteil haben die Schülerinnen und Schüler viele kritische Fragen gestellt und Positionen hinterfragt. Möglich gemacht hat die Veranstaltung „Demokratie leben – die Tour durch NRW“ der Landeszentrale für politische Bildung NRW [4]. Das treffende Schluss-Statement fand der Moderator der Podiumsdiskussion: „Die schlechteste Wahl ist die Nichtwahl“. Dem ist nichts hinzuzufügen. Sonntag ist Wahl, gehen Sie wählen.

[1]       WDR-Kandidatencheck Britta Söntgerath

http://kandidatencheck.wdr.de/kandidatencheck/video/683920

[2]       smartgerecht.nrw Bildung 2020

Bildung

[3]       smartgerecht.nrw Innenpolitik, Kommunales und Recht

Innenpolitik, Kommunales & Recht

[4]       Demokratie leben – die Tour durch NRW

https://www.politische-bildung.nrw.de/wir/projekte/demokratie-tour/index.html

 

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