Wem gehört die Welt Quelle: "Wem gehört die Welt"

Solikonzert für „Wem gehört die Welt“

In den vergangenen Monaten hat der Bauwagenplatz in Duisburg-Homberg [1] zahlreiche kostenlose Solikonzerte veranstaltet, um auf seine bedrohte Existenz aufmerksam zu machen. Auch andere alternative Projekte wie der Bauwagenplatz iJetzt! in Düsseldorf, die „Villa Bochum“ oder das „Autonome Wohn- und Kulturzentrum“ in Frankfurt am Main, haben bereits Solikonzerte für die Homberger Wagenleute auf die Beine gestellt.

Nun sind die Homberger an der Reihe und geben auf ihrem Gelände ein Solikonzert für den Bauwagenplatz „Wem gehört die Welt“ [1] im Kölner Stadtteil Neustadt-Nord. Die Lebensgemeinschaft residiert dort seit 22 Jahren auf einem ehemaligen Tankstellengelände und ist damit die älteste ihrer Art in Köln. Auch diesem Wagenplatz droht das Ende. Die Stadt will das Gelände an einen Investor verkaufen. Die Hintergründe wurden von den Kölner Wagenleuten in einer Presseerklärung [2] ausführlich dargelegt.

Die derzeitige Bedrohung der alternativen Wohnprojekte weist einige Gemeinsamkeiten auf:

  • Beide Wagenplätze und Lebensgemeinschaften existieren bereits seit über 20 Jahren.
  • Deren Bewohner organisieren regelmäßig nicht-kommerzielle Veranstaltungen (Konzerte, Workshops und dergl.) und ermöglichen somit ein soziales und kulturelles Angebot, dass es in den jeweiligen Städten sonst nicht geben würde.
  • In beiden Fällen ist die Stadtverwaltung nicht fähig oder willens, den Wagenleuten ein adäquates Ersatzgelände anzubieten. Dies bedeutet faktisch eine Vertreibung aus dem Stadtgebiet.

Auf dem Kölner Wagenplatz leben aktuell über 30 Menschen. Darunter Studierende, Künstler, Handwerker, Rentner, Selbstständige und Eltern mit ihren Kindern. Eine Gemeinschaft, die man auch in einem konventionellen Mietshaus finden könnte. Dennoch trifft die alternative Lebensweise in einem Bauwagen nicht überall auf Akzeptanz. Ihr haftet stets der Ruf verkappter Obdachlosigkeit und Verlierertum an. Darum wird diesen Menschen oft eine unterschwellige Verachtung entgegengebracht.

Das Verhalten der Stadtverwaltungen in Köln und in Duisburg trägt deutliche Züge dieser leisen und selbstgerechten Verachtung. Die Zerstörung einer über Jahrzehnte gewachsenen Lebensgemeinschaft wird von den Verantwortlichen in beiden Kommunen billigend in Kauf genommen. Ganz im Sinne eines bekannten Spruches in Abwandlung: „Ist das Leben oder kann das weg?“

Das Solikonzert für den Kölner Wagenplatz startet am 12. Juni 2016 um 15 Uhr, auf dem Wagenplatz am Ende der Südstraße in Duisburg-Homberg. Auf die Ohren gibt es unter anderem Horrorpunk aus Nürnberg mit Silpha and the corpseboners [4] sowie Support. Der Eintritt ist wie immer kostenlos, eine Benzinspende für die Musiker wird gerne entgegengenommen.

Der Kölner Wagenplatz hat auch eine Online-Petition [5] gestartet, auf der jeder seine Unterstützung für das alternative Wohnprojekt erklären kann.

Quellen:

[1] Der Bauwagenplatz in Homberg

[2] Der Kölner Wagenplatz „Wem gehört die Welt“

[3] Presseerklärung der Kölner Wagenleute (PDF)

[4] Silpha and the corpseboners

[5] Petition: Rettet den Bauwagenplatz „Wem gehört die Welt“ in Köln!

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Hinweis: Dieser Beitrag ist lediglich ein Informationsangebot und keine offizielle Aussage der Piratenpartei Deutschland oder des Kreisverbandes Duisburg.

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