Traumzeitretter-Pressemitteilung

Das Ende des Traumzeitfestivals und die geplanten Einsparungen gerade im kulturellen Bereich haben die Duisburger PIRATEN mit großer Bestürzung und Unverständnis zur Kenntnis genommen. Das Presseteam der Piratenpartei hat sich entschlossen, die Pressemitteilung der Traumzeitretter aus diesem Grunde ungekürzt hier zu veröffentlichen, um die Verantwortlichen nochmals zum Umdenken und zu einem wirklichen Neuanfang für unsere Stadt zu bewegen.

Hier die Pressemitteilung der Traumzeitretter:

Ein Traumzeit-Statement im Juli 2012, so wie vom Verein Traumzeitretter als gangbarer Weg für dieses Jahr eingebracht, wird es nicht geben. Mit größtem Bedauern gingen die Traumzeitretter aus dem letzten Gespräch mit der Duisburg Marketing Gesellschaft (DMG), in dem die letzten Hoffungen platzen. Dem Verein wurde zwar der Landschaftspark Nord für den 7./ 8. Juli zur Miete angeboten, allerdings zu Bedingungen, die als inakzeptabel zurückgewiesen werden mussten. Es lässt kulturpolitische Verantwortung und Seriosität vermissen, wenn sich die DMG, sprich die Stadt, als Veranstalter aus der Pflicht nimmt, stattdessen diese Rolle allein von den Traumzeitrettern verlangt und dazu noch fordert, dass es keinerlei Zusammenarbeit mit Tim Isfort als künstlerischem Leiter geben dürfe.

Nach der völlig unverständlichen Absage des Festivals durch den amtierenden Kulturdezernenten am 16.3. (Tim Isfort hatte allen Beteiligten noch am Vormittag des 16.3. die Machbarkeit eines hochwertigen „Traumzeit-Statements“ schriftlich vorgelegt) werden somit die letzten Chancen torpediert, doch noch ein weithin beachtetes Kulturfestival in einer kleineren Ausfertigung möglich zu machen. Die über Monate den städtischen Funktionsträgern angebotene helfende Hand aus der Bürgerschaft ist ausgeschlagen. Immer wieder war vollmundig die Gründung eines Vereins begrüßt und ihm Hilfe und Unterstützung durch die städtischen Verantwortlichen zugesichert worden. Gebetsmühlenartig auf den Sparzwang zu verweisen, statt sich kreative Gedanken zu eigen zu machen und die Stadtgesellschaft zu kulturellem Engagement zu mobilisieren – mit dieser Froschperspektive ist das aufziehende kulturelle Debakel nicht zu bewältigen. Duisburg entgeht damit, sich in der aktuellen bahnbrechenden Entwicklung im ehemaligen Birma mit dem von Tim Isfort kuratierten Traumzeit-Musikprojekt „Myanmar meets Europe“ international als Kulturpartner zu profilieren. Dagegen ist das künstlerisch-kulturelle Vorzeigeprojekt auf den renommierten Musikfestivals in Moers und Nijmegen herzlich willkommen.

Die Kultur samt der freien Szene in Duisburg darf nicht in die völlige provinzielle Bedeutungslosigkeit versinken. Der Verein Traumzeitretter wird auch weiterhin daran arbeiten, eines der letzten bedeutenden Duisburger Kulturevents vor dem Untergang zu bewahren. Dazu wird in den nächsten Wochen anlässlich der erwarteten Kultureinschnitte durch die Haushaltsbeschlüsse die Zusammenarbeit mit Kulturveranstaltern der Stadt verstärkt. Oper und Philharmonie, Festivals, Clubs und freie Szene, Laienkultur, kulturelle Bildung und Filmforum – das alles gehört zu einer lebenswerten Stadt und lässt sich nicht gegeneinander ausspielen. Die Lichter der Großstadt sollen gemeinsam leuchten! Und schließlich wird es „Traumzeit unterwegs“ geben: Das sind Konzertveranstaltungen im Herbst und Winter, die den Gedanken und die Strahlkraft des Festivals untrennbar mit der künstlerischen Leitung Tim Isforts bewahren. Los damit geht es schon bei der aktuell stattfindenden HOFkultur in Ruhrort.

2013 und in den folgenden Jahren muss es wieder das Musikfest unter dem Hochofen in Meiderich geben. Der bereits von Tim Isfort, und nun auch von Seiten der DMG angedeutete Weg hin zu einer Privatisierung erfordert neue Ideen und Kräfte vor allem des finanziellen und bürgerschaftlichen Engagements der Stadtgesellschaft. Die Traumzeitretter werden sich einer solchen Herausforderung stellen, allerdings darf dabei die Stadt nicht aus den kulturellen Haushaltsverpflichtungen einer Kommune entlassen werden.

Der Vorstand
Luise Hoyer / Ruth Bamberg / Philippe Micol / Eckart Pressler

 

 

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