Bananen CC0 Public Domain; Foto: PeteLinforth / Pixabay

TTIP-Kritiker wollen deutsche Bananen kaufen

Seit dem Start der Verhandlungen im Jahr 2013 steht das geplante Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) massiv in der Kritik. Die Verhandlungsführung zwischen der Europäischen Union und den USA gilt als intransparent und die bisher bekannt gewordenen Verhandlungsdetails führten bereits zu vielfältigen Protestaktionen.

Allein am 17. September 2016 gingen bei Großdemonstrationen gegen TTIP in sieben deutschen Städten rund 320.000 Menschen auf die Straße. Trotz allem werden die Verhandlungen weitergeführt. Die TTIP-Befürworter aus der deutschen Politik und Wirtschaft fahren zudem seit einiger Zeit eine interessante mediale Strategie. Kritiker des Freihandelsabkommens werden in die nationalistische rechte Ecke argumentiert.

TTIP-Kritiker in Deutschland haben angeblich keine Ahnung von der globalisierten Wirtschaft. Es geht ihnen hierzulande noch viel zu gut, um die Wichtigkeit solcher Abkommen zu schätzen. Sie denken protektionistisch und bevorzugen prinzipiell die Produkte aus heimischer Produktion. Die Kritiker wünschen sich einfach in die behagliche und überschaubare Tante Emma-Ladenwelt zurück. Sie müffeln irgendwie nach Pegida und sind misstrauisch gegenüber dem Ausland. Aber sie lieben Bananen.

Diese Kampagne ist schon ziemlich geschmacklos und kratzt an der Grenze zur Verleumdung. Denn das eigentliche Problem mit TTIP wird dabei konsequent ausgeblendet. Die TTIP-Kritiker sind nicht grundsätzlich gegen ein Freihandelsabkommen. Davon gibt es schon sehr viele, doch keines hat bisher solchen Widerstand provoziert. Kritisiert wird vielmehr die geheime Verhandlungsführung und das zu erwartende Regelwerk des Abkommens, mit dem international operierende Konzerne eine enorme politische Macht bekommen.

Die TTIP-Verfechter haben ihre Argumentationskette ganz bewusst stark verkürzt, um die Kritiker mit Rabulistik als rechts-national zu diskreditieren. Die wachsenden Protest machen sie allmählich nervös, das sollte wohl viel smarter und geräuschloser ablaufen. Aber es geht hier um extrem viel Geld und Macht. Da greift man dann auch schon mal ins Klo und macht sich schmutzig.

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Hinweis: Dieser Beitrag ist lediglich ein Informationsangebot und keine offizielle Aussage der Piratenpartei Deutschland oder des Kreisverbandes Duisburg.

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